AsiatischBeilageJapanRezeptSnack

Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) – Kinoko Sunomono

Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) - Kinoko Sunomono

Neben all den bekannten japanischen Gerichten hat die japanische Küche so viele tolle Beilagen, Snacks, etc. zu bieten, dass ich nie im Leben alles probieren werde. Wenn es jedoch um Pilze geht, dann kann ich nicht widerstehen und präsentiere euch daher dieses wundervolle Rezept für japanisch eingelegte Pilze (Kinoko Sunomono). Die Reizker, die ich dafür gesammelt habe, eigenen sich aufgrund ihrer festen Konsistenz perfekt dafür, aber dazu weiter unten mehr.

Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) - Kinoko Sunomono

Sunomono

Sunomono (酢の物) bedeutet wörtlich „mit Essig gemacht“ – und es bezeichnet eine ganze Familie von japanischen Salaten oder Beilagen, in denen Säure, Süße und oft ein Hauch Umami im Spiel sind. Typischerweise werden Gurken („Kyuri Sunomono“) oder Seetang eingelegt, aber auch Pilze – daraus ergibt sich der Name Kinoko Sunomono – eine elegante und leichte Variante, die sich hervorragend als Vorspeise oder Begleiter zu Sushi, gegrilltem Fisch oder einfach zu Reis eignet.

Was ist drin, worauf kommt es an?

Die Grundidee: dünn geschnittene Pilze in einer milden Essigmarinade mit einem Ausgleich aus Süße + Umami + Würze. Und hier sind nicht klassische, eingelegten Essigpilze gemeint, die dominant sauer und lange haltbar sind. Nein, diese Pilze, in dem Fall Reizker, kommen fein daher. Dafür sind sie allerdings auch maximal 5 Tage im Kühlschrank haltbar.
Eine klassische Basismarinade könnte so aussehen:

  • Reisessig (milde Säure)
  • etwas Zucker oder Mirin, ich nehme Mirin
  • helle Sojasauce oder Tamari
  • ein Schuss Dashi-Brühe oder Kombu-Extrakt für Umami – unbedingt!
  • ganz feiner Schnitt an Frühlingszwiebeln, evtl. etwas Ingwer
  • ein Hauch Sesamöl oder gerösteter Sesam als Aromafinish, gerne auch etwas mehr, wer es mag
  • Limettensaft, für die spezielle Säure

Ein genaues Rezept für japanisch eingelegte Pilze mit Mengenangaben findet ihr ganz unten.

Zutaten für japanisch eingelegte Pilze - Kinoko Sunomono

Nach dem Braten in neutralem Öl mischt man die Pilze mit der Marinade und lässt sie ziehen – idealerweise ein paar Stunden im Kühlschrank, teilweise auch über Nacht. Wichtig: die Pilze sollten nicht matschig werden, sondern eine saubere, zarte Textur behalten. Ein Teil des Reizes liegt in dem Kontrast: Frische, Säure, leichter Biss und gleichzeitig das erdige Aroma der Pilze.

Welche Pilze eignen sich besonders gut?

Pilze mit festem Fleisch und guter Aromahaftung sind ideal – Zuchtchampignons, Shiitake, Enoki, Austernpilze oder auch Waldpilze, wenn verfügbar. Entscheidende Faktoren:

  • Wassergehalt: Pilze geben schnell Feuchtigkeit ab. Wenn sie zu wässrig sind, verwässert die Marinade. Daher vorher etwas entwässern (kurz salzen, abtropfen lassen) oder eine Art Voreinlegen in leicht gesalzenem Wasser.
  • Festigkeit: zu weiche Pilze würden im Kühlschrank zu matschigen Brei werden.
  • Aroma: ein kleines intensiveres Pilzaroma ist vorteilhaft, damit die Essigmarinade nicht alles übertüncht.

Im Vergleich zu einem Stir-Fry geht es hier nicht um das Braten oder Rösten – bei japanisch eingelegten Pilzen heißt es: braten, dann zart marinieren, generell nicht überhitzen.

Kiefern Reizker für japanisch eingelegte Pilze - Kinoko Sunomono

Warum Kiefernreizker (Lactarius deliciosus & L. semisanguifluus) ideal für Kinoko Sunomono sind

Jetzt zum spannendsten Teil: wenn du Zugang zu guten Waldpilzen hast, sind Reizker eine hervorragende Wahl für dein Kinoko Sunomono. Ich meine hier insbesondere Lactarius deliciosus sowie den oft in Nadelwäldern vorkommenden Lactarius semisanguifluus. Da habe ich auch ein Rezept für chinesische Entenkeulen an frischen Edelreizkern.

Wer ist wer – kurz zur Pilzart

  • Lactarius deliciosus (Echter Reizker, Kiefern-Reizker): Gelborangener Hut, oft rötliche oder grünliche Farbtöne im Alter, wächst meist unter Kiefern.
  • Lactarius semisanguifluus (Halbblut-Reizker): sehr nahe verwandt, ähnlich in Aussehen und Geschmack, oft etwas feiner im Ton., olivfarbene Töne.

Beide Pilze haben ein charakteristisches Aroma – erdig, leicht nussig, mit einem Hauch von Würze – und eine Textur, die sich gut hält. Generell sind alle rot milchenden Reizker geeignet, sofern ihr sie sicher bestimmen könnt. Ansonsten greift lieber auf Shiitake und Co. zurück.

Kiefern Reizker für japanisch eingelegte Pilze - Kinoko Sunomono

Vorteile dieser Reizker in der Sunomono-Marinade

  1. Ausdrucksstarkes Aroma
    Reizker bringen ein eigenes Pilzaroma mit, das auch gegenüber der Säure und Würze der Essigmarinade nicht verloren geht. Sie liefern Tiefe und Charakter.
  2. Feste Struktur
    Sie sind nicht übermäßig zart – im Gegensatz zu manchen Wildpilzen, die sehr weiches Fleisch haben. Reizker bleiben im Biss stabil, auch nach Stunden im Kühlschrank.
  3. Gute Wasserverdrängung
    Zwar enthalten auch Reizker Feuchtigkeit, aber sie neigen weniger dazu, innerhalb kurzer Zeit extrem viel Wasser abzugeben als manche andere Arten. Das spielt dir in die Karten, weil die Essigmarinade nicht verwässert wird.
  4. Farbe und Optik
    Die orange-roten Töne der Reizker bleiben oft attraktiv, wenn man sie schonend behandelt, und sie bilden einen schönen Kontrast zur hellen Marinade und grünen Kräutern.
Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) - Kinoko Sunomono

So setzt du Reizker im Sunomono richtig ein

  • Sorgsame Reinigung: Reizker neigen dazu, etwas Erdreste mitzubringen. Kurz abreiben oder sehr kurz abbürsten – auf starkes Einweichen verzichten, um keinen Aromaverlust zu riskieren.
  • Kühl vorgaren (optional): Wenn Reizker sehr jung sind, kann ein kurzes Blanchieren (z. B. 30 Sekunden in heißem Wasser) helfen, etwas Wasser auszutreiben – dann sofort in Eiswasser abschrecken. Dieser Schritt ist optional und abhängig vom Pilzzustand.
  • Schneiden: In feine Scheiben oder dünne Spalte – nicht zu dick, um eine gute Durchmischung mit der Marinade zu ermöglichen, aber auch nicht hauchdünn, um Biss zu verlieren.
  • Marinieren: Idealerweise 4–8 Stunden, besser über Nacht.
  • Finish: Kurz vor dem Servieren etwas frischen Ingwer, Frühlingszwiebel oder feinstes Sesamöl einbringen, um Aromen neu aufzufrischen.
Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) - Kinoko Sunomono

Wenn du also auf frische Waldpilze zugreifen kannst, dann liefern Lactarius deliciosus und L. semisanguifluus eine wunderbare Möglichkeit, deine Kinoko Sunomono besonders aromatisch und charaktervoll zu machen. Sie bieten Struktur, Aroma und Haltbarkeit in der Essigmarinade – und sorgen dafür, dass dein Pilz-Sunomono nicht bloß „nett“, sondern zu einem echten Geschmackserlebnis wird. Hier meine gesammelten Pilz Rezepte – sieh dich um!

Drucken
clockclock iconcutlerycutlery iconflagflag iconfolderfolder iconinstagraminstagram iconpinterestpinterest iconfacebookfacebook iconprintprint iconsquaressquares iconheartheart iconheart solidheart solid icon
Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) - Kinoko Sunomono

Japanisch eingelegte Pilze (Reizker) – Kinoko Sunomono

5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern

Keine Bewertungen

  • Zeit insgesamt: 15 Minuten
  • Portionen: 4 Personen 1x

Zutaten

Scale

400g frische Reizker oder andere feste Pilze

2 EL Dashi Brühe

3 EL Reisessig

2 EL helle Sojasauce

2 EL Mirin

2 EL Limettensaft

1 TL geröstetes Sesamöl

zum Braten:

neutrales Öl

zum Servieren:

Frühlingszwiebeln

Sesamsaat

Anleitung

Die Pilze gründlich putzen und in gleichmäßige, mundgerechte Stücke schneiden, nicht zu dünn.

Die Pilze im heißen Öl für 5 Minuten braten, anschließend herausnehmen.

Die Zutaten für die Marinade vermischen und mit den Pilzen vermengen, abkühlen lassen, dabei gelegentlich verrühren.

Gekühlt mindestens 4 Stunden stehen lassen, bevor die Pilze garniert mit Frühlingszwiebeln und Sesamsaat verkostet werden.

Notizen

Passt wunderbar als Belage zu Gegrilltem oder als Snack.

Im Kühlschrank je nach Pilzart bis zu 5 Tage haltbar.

  • Autor: Waldemar
  • Zubereitungszeit: 10 Minuten
  • Kochzeit: 5 Minuten
  • Methode: Einlegen
  • Küche: Japanisch

Weitere Rezepte

Seezunge braten – asiatisch einfach besser

Waldemar

Yam Nua – Thailändischer Rindfleischsalat

Waldemar

Fenchel gebraten aus der Pfanne / Wok – japanisch inspiriert

Waldemar

Hinterlasse einen Kommentar

Rezeptbewertung 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern

Asiatisch Grillen - Asiatische Rezepte - Grill Catering